Kassieren klingt nach dem einfachsten Teil des Jobs — bis es das nicht mehr ist. Ein Kunde, der "kein Bargeld dabei hat", ein anderer, der nicht per Karte zahlen kann, oder eine Überweisung, die nie eintrifft. In einer Handy-Reparaturwerkstatt ist ein klarer Zahlungsprozess kein Luxus: Er ist der Unterschied zwischen einem geordneten Betrieb und einem, der viel arbeitet und spät kassiert.
1. Wann kassieren: vorher, währenddessen oder danach?
Die übliche Praxis in Reparaturwerkstätten ist es, beim Abholen des Geräts zu kassieren. In diesem Moment ist der Kunde am zufriedensten (sein Handy funktioniert wieder) und Sie haben den größten Verhandlungsvorteil (Sie haben das Gerät noch in der Hand).
Es gibt drei mögliche Zahlungszeitpunkte:
- Bei der Auftragserteilung — Eine Anzahlung wird verlangt, um die Teilekosten zu decken. Üblich bei teuren Reparaturen.
- Beim Abholen des Geräts — Der häufigste Zeitpunkt. Der Kunde zahlt den Gesamtbetrag (oder den Restbetrag nach der Anzahlung).
- Nachträgliche Zahlung (Kredit) — Nur für Stammkunden mit Vertrauenshistorie und schriftlichem Vertrag empfohlen.
Goldene Regel: Geben Sie das reparierte Gerät erst heraus, wenn die Zahlung bestätigt ist. Bei Karte oder Bargeld ist dies sofort der Fall. Bei Überweisung immer erst den Zahlungseingang prüfen.
2. Welche Zahlungsmethoden akzeptieren?
Je mehr Zahlungsoptionen Sie anbieten, desto weniger Reparaturen gehen durch Reibungsverluste beim Kassieren verloren. Dies sind die häufigsten Methoden in Reparaturwerkstätten:
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Bargeld | Sofort, keine Gebühren | Wechselgeld nötig, Kassenverwaltung |
| EC-/Kreditkarte | Bequem, kein Zahlungsausfallrisiko | Bankgebühr (~0,5–1,5 %) |
| Banküberweisung | Kein Betragslimit | Eingang muss geprüft werden |
| PayPal / Sofortüberweisung | Schnell, weit verbreitet | Gebühren, mögliche Streitfälle |
Ein Kartenlesegerät ist für jede seriöse Werkstatt unverzichtbar. Banken und Zahlungsanbieter bieten Terminals ab ca. 10–20 €/Monat an. Die Investition amortisiert sich innerhalb weniger Wochen.
Hinweis: In Deutschland gilt seit 2020 die Belegausgabepflicht. Für jede Transaktion muss ein Bon ausgestellt werden — auch wenn der Kunde ihn nicht mitnimmt.
3. Anzahlung: wie und wann verlangen?
Eine Anzahlung zu verlangen ist kein Misstrauen gegenüber dem Kunden — es ist gängige Berufspraxis, die beide Seiten schützt. Sie deckt die Teilekosten vor der Bestellung und zeigt, dass der Kunde zur Reparatur steht.
Wann macht eine Anzahlung Sinn?
- Reparaturen mit teuren Ersatzteilen (High-End-Displays, Hauptplatinen).
- Teile, die bestellt werden müssen und mehrere Tage Lieferzeit haben.
- Neukunden bei Reparaturen über 60–80 €.
- Firmengeräte oder gewerbliche Reparaturen.
Wie viel Anzahlung verlangen?
Üblich sind 30 % bis 50 % des Gesamtangebots. Wenn die Teilekosten den Großteil des Preises ausmachen, können Sie den genauen Teilebetrag als Anzahlung verlangen.
Wichtig: Dokumentieren Sie die Anzahlung immer mit einer Teilquittung. Geben Sie den eingegangenen Betrag, den Reparaturgegenstand und den offenen Restbetrag an.
4. Die Quittung: was muss sie enthalten?
Jedes Mal, wenn Sie eine Reparatur abrechnen, müssen Sie eine Quittung oder Rechnung ausstellen. Es ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben — es ist der einzige Nachweis, dass die Arbeit bezahlt und durchgeführt wurde.
- Name und Steuernummer der Werkstatt
- Name des Kunden (und USt-IdNr. bei Firmenrechnung)
- Datum der Zahlung
- Beschreibung der Arbeit (Gerätemodell, Defekt, ausgetauschtes Teil)
- Aufgeschlüsselter Betrag: Arbeitszeit, Teile und MwSt.
- Verwendete Zahlungsmethode
- Belegnummer oder Reparaturreferenz
5. Zahlungsausfälle vermeiden und was tun, wenn sie eintreten
Die beste Strategie gegen Zahlungsausfälle ist vorbeugend: Gerät erst nach bestätigter Zahlung herausgeben.
Prävention
- Unterschriebener Kostenvoranschlag vor Beginn: legt den vereinbarten Preis fest und vermeidet spätere Streitigkeiten.
- Anzahlung bei teuren Reparaturen: reduziert das Risiko, wenn der Kunde das Gerät nicht abholt.
- Kein Zahlungsaufschub für Neukunden: Kredit nur für Kunden mit bewährter Geschichte.
- Schriftliche Bestätigung (WhatsApp, E-Mail): wenn ein Kunde einen Kostenvoranschlag per Nachricht genehmigt, aufbewahren.
Zurückbehaltungsrecht: Nach deutschem Werkvertragsrecht (§ 647 BGB) hat der Werkunternehmer ein Pfandrecht am reparierten Gerät bis zur vollständigen Bezahlung. Ein unterschriebener Kostenvoranschlag ist Ihre wichtigste Absicherung.
6. Den Überblick über Zahlungen behalten
Viele kleine Werkstätten verwalten Zahlungen aus dem Gedächtnis oder mit handschriftlichen Notizen. Mit einer Werkstattverwaltungssoftware sehen Sie alles in Echtzeit: offene Zahlungen, eingegangene Anzahlungen und Monatsumsatz — ohne Papiersuche.
TekPair verwaltet die Zahlungen Ihrer Werkstatt: Jede Reparatur erfassen, Zahlungsstatus verfolgen, Anzahlungen speichern und Quittungen in Sekunden erstellen. Kostenlos testen →
Häufig gestellte Fragen
Welche Zahlungsmethoden sollte eine Reparaturwerkstatt akzeptieren?
Ist eine Quittung in der Werkstatt Pflicht?
Wann kassiert man: vor oder nach der Reparatur?
Wie verhindert man, dass ein Kunde ohne Zahlung geht?
Darf ich das Handy einbehalten, wenn der Kunde nicht zahlt?
Zahlungen in Ihrer Werkstatt ohne Papierkram verwalten
TekPair erfasst jede Reparatur, verfolgt offene Zahlungen und erstellt Quittungen in Sekunden. Entwickelt für Werkstätten wie Ihre.
Kostenlos starten mit TekPair →