Gebrauchte Handys gehören zu den Produkten mit der höchsten Marge im Handyladen: Der Verkäufer will schnell Geld, der Käufer einen guten Preis mit Garantie. Das Problem ist nicht das Geschäft, sondern Ankauf ohne Methode. Zu Bewertung, Aufbereitung und Verkauf siehe gebrauchte Handys an- und verkaufen.
1. Warum es sich lohnt (und wo das Risiko liegt)
Ein günstig angekauftes, geprüftes und mit Garantie verkauftes Handy kann mehr bringen als jedes Neugerät. Drei Risiken: Es ist gestohlen, an ein Konto oder einen Anbieter gesperrt oder hat einen versteckten Defekt. Alle drei lassen sich vor dem Bezahlen verringern.
2. Die 5 Prüfungen vor dem Bezahlen
- IMEI: *#06# wählen und mit SIM-Schlitten oder Karton vergleichen. Sperrlisten prüfen (Online-Dienste fragen die Diebstahllisten der Netzbetreiber ab).
- Konten: Es muss von iCloud („Wo ist?“) bzw. dem Google-Konto abgemeldet sein. Sonst ist es unverkäuflich. Lass den Verkäufer es vor dir zurücksetzen.
- Ohne SIM-Lock: SIM eines anderen Anbieters einlegen und Empfang prüfen.
- Funktion: Display, Touch, Kameras, Mikrofon, Lautsprecher, Laden, Tasten, Face ID oder Fingerabdruck und Akkuzustand.
- Verkäufer: gültiger Ausweis, der zum Unterzeichner passt. Vorsicht bei Eile, zu niedrigen Preisen oder mehreren gleichen Handys ohne Karton und Rechnung.
Goldene Regel: wenn etwas nicht stimmt, nicht kaufen. Ein verpasstes Geschäft ist billig, ein gestohlenes Handy nicht.
3. Der Ankaufvertrag
Immer schriftlich und unterschrieben. Er sollte enthalten:
- Daten von Laden und Verkäufer (Name, Ausweis, Adresse, Telefon).
- Gerät: Marke, Modell, IMEI, Farbe, Speicher und Zustand.
- Preis und Zahlungsart.
- Erklärung des Verkäufers, dass er rechtmäßiger Eigentümer ist und das Handy nicht gestohlen ist und keine Schulden beim Anbieter bestehen.
- Datum, Uhrzeit und beide Unterschriften.
Bewahre eine Ausweiskopie und Fotos des Geräts auf, verarbeitet nach den Regeln zum Datenschutz.
4. Ankaufbuch und Unterlagen
In vielen Ländern muss, wer Gebrauchtwaren von Privatleuten ankauft, ein Ankaufbuch mit Verkäufer- und Gerätedaten führen und manchmal der Polizei melden oder die Ware einige Tage zurückhalten. Die Regeln sind unterschiedlich: Frag beim Ordnungsamt oder deinem Steuerberater nach. Steuerlich gibt es oft eine Sonderregelung für Gebrauchtwaren (Differenzbesteuerung); kläre das vorher mit deinem Berater.
5. Bezahlen, Preis festlegen und verkaufen
- Per Überweisung zahlen, wo möglich: Dann ist dokumentiert, wen du bezahlt hast.
- Ankaufpreis: vom erwarteten Verkaufspreis ausgehen und Aufbereitung, Garantie und Marge abziehen.
- Beim Verkauf gehören IMEI und gewährte Garantie auf den Bon.
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Häufige Fragen
Wie erkenne ich ein gestohlenes Handy?
Ist ein Ankaufbuch Pflicht?
Kann ich ein Handy kaufen, das noch an iCloud oder Google hängt?
Wie wird die Umsatzsteuer bei Gebrauchtgeräten behandelt?
Kasse und Steuerpflichten: TekPair verwaltet Reparaturen, Verkäufe, Lager und Kunden. In Deutschland verlangt die KassenSichV für Kassenbelege ein System mit zertifizierter TSE: Nutze dafür weiter deine zertifizierte Kasse und frag deinen Steuerberater.
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