Preise für Handy-Reparaturen in deiner Werkstatt festlegen
„Wie viel soll ich für diesen Displaytausch verlangen?" ist eine der Fragen, die über den Erfolg einer Werkstatt mehr entscheiden als jede Lötkunst. Setzt du zu hoch an, geht der Kunde zur Konkurrenz; setzt du zu niedrig an, arbeitest du den ganzen Tag und verdienst am Ende kaum etwas. In diesem Leitfaden zeigen wir dir, wie du deine Preise mit Methode festlegst — Teile, deine Zeit und Marge — damit jede Reparatur fair bleibt und dir wirklich Gewinn lässt.
Warum die richtige Preisgestaltung über deine Werkstatt entscheidet
Viele Werkstätten legen ihre Preise nach Gefühl fest oder, schlimmer noch, indem sie den Nachbarn nachahmen und ein paar Euro abziehen. Das Problem dabei: Du kennst die Kosten des Nachbarn nicht. Vielleicht kauft er günstiger ein, vielleicht zahlt er keine Miete, vielleicht zahlt er sogar bei jeder Reparatur drauf, ohne es zu merken. Seine Preise zu kopieren bedeutet, blind seine Fehler zu übernehmen.
Einen Preis richtig festzulegen heißt nicht, der Teuerste zu sein. Es bedeutet, eine echte Marge zu haben — dass nach Abzug von Teilen, deiner Zeit und der Fixkosten am Monatsende etwas übrig bleibt. Es bedeutet auch Vertrauen: Ein durchdachter Preis, klar erklärt und mit Garantie, wirkt professioneller als die niedrigste Zahl der Straße. Und vor allem heißt es, nicht nur über den Preis zu konkurrieren, denn diesen Wettlauf gewinnt am Ende immer der, der am schnellsten pleitegeht.
Die 3 Bestandteile jedes Reparaturpreises
Jeder gut kalkulierte Preis besteht aus denselben drei Teilen. Wenn einer davon fehlt, verlierst du Geld, ohne zu wissen, wo.
Das Display, der Akku, die Ladebuchse: das, was du physisch verbaust. Es ist der sichtbarste Posten, aber auch der, bei dem man sich am leichtesten verrechnet, weil fast niemand die realen Kosten ansetzt, sondern nur den Einkaufspreis.
✓ Einkauf + Versand + Bruch/VerlustDie Zeit, die du am Gerät verbringst, ist deine wertvollste Ressource, und genau die wird am häufigsten verschenkt. Wer „nur das Teil" berechnet, schenkt seine Stunden her. Deine Zeit hat einen Preis, und der muss in jede Reparatur einfließen.
✓ Stundensatz nach SchwierigkeitDer Aufschlag, der deine Werkstatt am Leben hält: Miete, Strom, Werkzeug, Software, unverkaufter Lagerbestand und der Gewinn, der dir bleiben soll. Ohne Marge deckst du im besten Fall die Kosten, aber das Geschäft wächst nie.
✓ Echter Gewinn nach allen KostenDie Formel ist einfach: Preis = reale Teilekosten + Arbeitszeit + Marge. Schwierig ist nicht das Addieren, sondern jede Zahl ehrlich zu beziffern. Genau das machen wir jetzt.
Die realen Teilekosten berechnen
Der häufigste Fehler ist anzunehmen, dass ein Teil das kostet, was auf der Rechnung des Lieferanten steht. In Wirklichkeit kostet es immer mehr. Ein Teil hat drei versteckte Kosten:
- Einkauf: der reine Preis, den du dem Lieferanten zahlst.
- Versand: Wenn du ein Display für 20 € bestellst und 5 € Versand zahlst, kostet dich dieses Display 25 €, nicht 20 €. Teilst du eine Sammelbestellung auf mehrere Teile auf, rechne den anteiligen Versand jedem Teil zu.
- Bruch und Verlust: Nicht jedes Teil kommt heil an, nicht jeder Einbau gelingt beim ersten Mal, und manche Lagerteile veralten, bevor du sie verbaust. Dieser Anteil ist real und muss eingepreist werden.
Eine praktische Methode: Nimm den Einkaufspreis, addiere den anteiligen Versand und schlage einen kleinen Prozentsatz für Bruch und Verlust auf. So bekommst du die realen Teilekosten, die echte Zahl, auf die du deinen Aufschlag rechnen musst. Wenn du auf den nominalen Einkaufspreis kalkulierst statt auf diese reale Zahl, verlierst du bei jeder Reparatur ein bisschen, ohne es je zu bemerken.
Deinen Stundensatz festlegen
Hier verlieren die meisten Werkstätten ihr Geld: Sie berechnen die eigene Zeit nicht. Wenn ein Akkutausch dich 20 Minuten kostet, hast du in diesen 20 Minuten Miete, Strom und deine eigenen Lebenshaltungskosten getragen. Diese Zeit muss bezahlt werden.
Lege zunächst einen Basis-Stundensatz fest, der deine Fixkosten plus ein angemessenes Gehalt für dich abdeckt. Rechne deine monatlichen Kosten zusammen, schätze die produktiven Stunden, die du tatsächlich am Gerät verbringst (nicht alle Stunden im Laden sind produktiv), und teile das eine durch das andere. Das ist die Stunde, die du mindestens decken musst.
Dann passe nach Schwierigkeit an. Nicht jede Stunde ist gleich viel wert:
- Eine einfache Reparatur (Akku, Standard-Display) läuft zum Basissatz.
- Eine heikle Reparatur (Mikrolötung, Datenrettung, Wasserschaden) rechtfertigt einen höheren Satz, weil sie mehr Können, mehr Werkzeug und mehr Risiko bedeutet, dass etwas schiefgeht.
Eine kurze Reparatur, die viel Erfahrung verlangt, darf nicht dasselbe kosten wie eine, die jeder hinbekommt. Dein Können hat einen Wert, und der Stundensatz ist das Werkzeug, um ihn einzupreisen.
Richtwerte je Reparaturart
Das ist die Frage, die jeder stellt: „Was soll ich für ein Display verlangen?" Die ehrliche Antwort lautet: Es hängt ab. Hier findest du Richtwerte zur Orientierung, keine verbindlichen Preise. Die echte Zahl hängt vom Modell, von deinen Teilekosten und von deiner Region ab.
- Displaytausch: meist die teuerste Reparatur, weil das Teil viel kostet und je nach Modell sehr stark variiert (Original, kompatibel, mit oder ohne Rahmen).
- Akkutausch: günstigeres Teil und schnellere Arbeit; hier zählt vor allem, dass du deine Zeit korrekt berechnest.
- Ladebuchse: mittleres Teil, aber je nach Modell mehr Demontagezeit; der Aufwand kann höher sein, als der Teilepreis vermuten lässt.
- Kamera: sehr modellabhängig; bei manchen Geräten ein einfacher Tausch, bei anderen mit aufwendiger Demontage verbunden.
Nutze diese Richtwerte als Ausgangspunkt, aber wende immer deine eigene Rechnung an: reale Teilekosten plus deine Zeit plus Marge. Zwei Werkstätten in zwei verschiedenen Städten können für dasselbe Display völlig unterschiedliche und trotzdem beide korrekte Preise haben, weil ihre Kosten verschieden sind.
Der Kostenvoranschlag: Diagnose, Transparenz und Garantie
Einen guten Preis zu haben nützt wenig, wenn du ihn nicht richtig kommunizierst. Der Kostenvoranschlag ist der Moment, in dem du Vertrauen gewinnst — oder verlierst. Ein professioneller Ablauf sieht so aus:
- Diagnose zuerst: Prüfe das Gerät, bevor du eine Zahl nennst. Eine schnelle, ehrliche Diagnose wirkt seriöser als ein Preis aus dem Bauch.
- Voranschlag im Voraus: Sag den Preis, bevor du das Gerät öffnest. Niemand mag Überraschungen beim Abholen.
- Transparenz: Erkläre, was im Preis steckt — Teil, Arbeit, Garantie. Der Kunde zahlt lieber etwas mehr, wenn er versteht, wofür.
- Inbegriffene Garantie: Gib an, was die Reparatur abdeckt und für wie lange. Eine klare Garantie ist eines der stärksten Verkaufsargumente, das du hast.
Ein im Voraus erstellter und akzeptierter Kostenvoranschlag erspart Streit, schützt dich, wenn der Kunde später eine andere Zahl behauptet, und macht aus dir einen Profi statt einen, der „mal schaut, was es kostet". Diese kleine Geste hebt dich von der Konkurrenz ab, die nur über den Preis spricht.
Häufige Fehler, die deine Marge auffressen
Selbst mit guten Teilen und gutem Können gibt es Fehler, die deine Werkstatt jeden Monat Geld kosten. Das sind die häufigsten:
Nur das Teil zu berechnen und die Arbeit „dazuzugeben" ist der teuerste Fehler. Wenn deine Zeit nicht im Preis steht, arbeitest du gratis und merkst es erst, wenn der Monat nicht aufgeht.
Immer der Billigste sein zu wollen ist ein Wettlauf nach unten, den keiner gewinnt. Du opferst die Marge, um Kunden zu gewinnen, die beim nächsten Cent Rabatt sowieso wieder gehen.
Wenn du die Mehrwertsteuer nicht in deinen Preis einrechnest, verschwindet sie aus deiner Marge. Und eine Garantie ohne eingepreiste Rückläufer bedeutet, dass jede Reklamation direkt von deinem Gewinn abgeht.
Teilekosten steigen, Lieferanten ändern Tarife, neue Modelle kommen. Wer mit den Preisen von vor zwei Jahren arbeitet, verkauft heute mit Verlust, ohne es zu wissen. Überprüfe sie regelmäßig.
Wie TekPair beim Festlegen deiner Preise hilft
TekPair ist für Handy-Reparaturwerkstätten gemacht, daher unterstützt es dich genau bei den Rechnungen, die wir in diesem Leitfaden gesehen haben:
- Schnelle Kostenvoranschläge, um dem Kunden im Voraus einen klaren Preis mit Diagnose und Garantie zu geben, ohne alles von Hand schreiben zu müssen.
- Marge je Reparatur, damit du siehst, was dir nach Abzug von Teilen und Kosten bei jedem Auftrag wirklich bleibt.
- Berichte zu den profitabelsten Leistungen, um zu erkennen, welche Reparaturen dir am meisten Geld bringen und welche kaum die Kosten decken.
- Kundenhistorie, um frühere Reparaturen, vereinbarte Preise und Garantien jedes Kunden auf einen Blick zu sehen.
Und in Sachen elektronische Rechnung und Verifactu: Daran arbeiten wir, es kommt demnächst zu TekPair, damit du die gesetzlichen Anforderungen erfüllst, ohne deine Arbeitsweise zu ändern.
Das Ziel ist immer dasselbe: Schluss mit dem Raten beim Preis und stattdessen mit konkreten Zahlen entscheiden, damit jede Reparatur fair für den Kunden bleibt und profitabel für dich.
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Wie berechne ich den Preis einer Handy-Reparatur?
Addiere drei Bestandteile: die realen Teilekosten (Einkauf plus Versand plus ein Anteil für Bruch und Verlust), deine Arbeitszeit nach Stundensatz und eine Marge, die dir nach Deckung aller Kosten echten Gewinn lässt. Der Preis ist die Summe dieser drei Posten, nicht einfach der Preis des Nachbarn minus fünf Euro.
Wie viel sollte ich pro Arbeitsstunde berechnen?
Es gibt keine universelle Zahl, aber dein Stundensatz muss Miete, Strom, Werkzeug, Software und dein eigenes Gehalt decken. Lege einen Basissatz fest und passe ihn nach Schwierigkeit an: Eine Mikrolötung oder eine heikle Datenrettung kostet pro Stunde mehr als ein einfacher Akkutausch, weil sie mehr Können und mehr Risiko bedeutet.
Soll ich vor der Reparatur einen Kostenvoranschlag machen?
Ja, immer. Ein Kostenvoranschlag im Voraus, mit Diagnose, Preis und inbegriffener Garantie, schafft Vertrauen und vermeidet Streit beim Abholen. Der Kunde weiß vorher, was er zahlt, und du hast die Freigabe schwarz auf weiß, bevor du das Gerät öffnest.
Lohnt es sich, über den Preis zu konkurrieren?
Selten. Wer immer der Billigste sein will, opfert die Marge und kann am Ende sogar bei jeder Reparatur draufzahlen. Besser ist es, einen fairen Preis zu nehmen und das Vertrauen zu rechtfertigen: Garantie, schnelle und transparente Diagnose und ein professioneller Kostenvoranschlag wiegen für die meisten Kunden mehr als ein paar Euro Unterschied.
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