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Ratenzahlung in der Reparaturwerkstatt anbieten

Eine Platinen- oder Display-Reparatur kann mehr kosten, als der Kunde an dem Tag dabei hat. Gibst du ihm die Möglichkeit, in Raten zu zahlen, schließt du den Auftrag ab, statt ihn zu verlieren. Wir zeigen dir, wie du das ohne Komplikationen einrichtest.

📅 21. Juni 2026⏱ 7 Min. Lesezeit

Manche Reparaturen werden nie gemacht, nicht weil der Kunde sie nicht will, sondern weil er nicht alles auf einmal zahlen kann. Eine Mikrolötung, ein Platinentausch oder ein Originaldisplay können mehrere Hundert Euro erreichen. Ratenzahlung anzubieten verwandelt ein „Lass mich überlegen“ in einen abgeschlossenen Auftrag. Schauen wir, wie das geordnet und risikoarm geht.

1. Warum Ratenzahlung deinen Umsatz steigert

Der Grund ist einfach: Der Preis ist keine Mauer mehr. Wenn ein Kunde hört, dass eine Reparatur 280 € kostet, zögern viele oder suchen nach etwas Günstigerem. Hört er aber „du kannst 100 € jetzt lassen und den Rest in drei Raten“, ändert sich die Entscheidung komplett. Die Ausgabe wird tragbar.

Das hilft dir an drei Fronten. Erstens schließt du teure Reparaturen ab, die sonst verloren gingen: Platinenschäden und Premium-Displays sind genau die Aufträge mit der höchsten Marge. Zweitens bindest du Kunden: Wer dir etwas Großes anvertraut, kommt auch für die Kleinigkeiten wieder. Und drittens hebst du dich ab von der Werkstatt gegenüber, die nur bar im Voraus kassiert.

Es geht nicht darum, eine Bank zu werden oder Zinsen zu verlangen. Es geht darum, dem Kunden einen klaren Zahlungsplan für eine bereits erledigte Reparatur zu geben, während du die Kontrolle über jeden Euro behältst.

2. So erstellst du einen einfachen Ratenplan

Du brauchst kein kompliziertes System. Ein funktionierender Plan wird durch drei Angaben definiert:

Mit diesen drei Angaben hast du einen Plan. Wichtig ist, ihn aufzuschreiben und dem Kunden zu zeigen: Gesamtbetrag, Anzahlung, wie viele Raten, wie hoch jede und zu welchen Terminen. So gibt es keine Missverständnisse und es bleibt ein Nachweis.

PositionBetragDatum
Reparatur (gesamt)280 €
Anzahlung (bei Abholung)100 €21. Jun
Rate 160 €5. Jul
Rate 260 €5. Aug
Rate 360 €5. Sep

Anzahlung von 100 € und drei Raten zu 60 €: Die Summe ergibt genau 280 € und der Kunde weiß genau, was er wann zahlt. Leicht zu erklären und einzuhalten.

3. Raten einziehen, ohne dem Kunden nachzulaufen

Die Angst jeder Werkstatt ist, am Ende als Inkasso zu enden und jeden Monat hinterherzutelefonieren. Der Schlüssel ist, weder von deinem noch von seinem Gedächtnis abhängig zu sein. Zwei Werkzeuge lösen das:

So zahlt der Kunde, wann es ihm passt, vom Sofa aus, und du verlierst keinen einzigen Vormittag mit Nachfassen. Das Einziehen ist keine Last mehr, sondern läuft fast von allein.

4. Teilzahlungen: einen Teil der Rate annehmen

Das echte Leben passt nicht immer zum Kalender. Manchmal kann der Kunde nur einen Teil der Monatsrate zahlen. Statt dich zu blockieren, nimmst du das besser an: War die Rate 60 € und er zahlt 40 €, verbuchst du diese 40 € und lässt 20 € für später offen.

Teilzahlungen anzunehmen hat zwei Vorteile. Du hältst das Geld im Fluss, statt alles zu stoppen, und bewahrst die gute Beziehung zu einem Kunden, der sich bemüht zu zahlen. Das Einzige, was du brauchst, ist, dass das System selbst neu rechnet: wie viel insgesamt gezahlt wurde und wie viel offen ist. Das von Hand in einem Heft zu führen, ist genau dort, wo das Durcheinander beginnt.

5. Risiken und wie du dich absicherst

Finanzieren birgt ein Risiko: dass der Kunde nicht fertig zahlt. Das regelst du mit gesundem Menschenverstand:

Mit diesen drei Regeln ist Ratenzahlung ein Verkaufsvorteil und kein Kopfzerbrechen. Du bietest Flexibilität, ohne deine Arbeit zu verschenken.

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Häufige Fragen

Muss ich bei Ratenzahlung Zinsen verlangen?
Nein. Die meisten Werkstätten teilen den Betrag ohne Zinsen auf, einfach damit der Kunde die Ausgabe stemmen kann. Es ist eine Stundungsvereinbarung zwischen dir und dem Kunden, kein Kredit. Möchtest du einen Finanzierungsaufschlag hinzufügen, halte ihn immer schriftlich fest und informiere den Kunden vor Beginn.
Wie ziehe ich Raten ein, wenn der Kunde nicht in die Werkstatt kommt?
Mit einem Zahlungslink. Du schickst ihm einen Link aufs Handy und er zahlt die Rate per Überweisung von überall; das Geld landet direkt auf deinem Konto. Mit automatischen Erinnerungen vor jeder Fälligkeit musst du fast nie jemanden anrufen.
Was mache ich, wenn der Kunde nur einen Teil der Rate zahlen kann?
Nimm es an und verbuche es. Du notierst, was er gezahlt hat, und das System rechnet neu, was noch offen ist. Du hältst das Geld im Fluss und bewahrst die Kundenbeziehung, ohne den Überblick zu verlieren, wie viel noch einzuziehen ist.

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