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Echte Rentabilität einer Reparaturwerkstatt: Marge, Kosten und Break-even

Viel zu fakturieren heißt nicht, viel zu verdienen. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du die echte Marge jeder Reparatur berechnest, welchen Prozentsatz du anstreben solltest, wie du deinen monatlichen Break-even findest und welche Fehler dir den Gewinn auffressen, ohne dass du es merkst.

📅 24. Juni 2026⏱ 9 Min. Lesezeit

Manche Werkstätten arbeiten ununterbrochen und am Monatsende bleibt fast nichts übrig. Andere, mit weniger Volumen, leben gut. Der Unterschied liegt fast nie in den Händen, sondern in den Zahlen: zu wissen, was jede Reparatur wirklich kostet und ab welchem Punkt du tatsächlich Geld verdienst. Dieser Leitfaden gibt dir den kompletten Rechner, mit Beispielzahlen in Euro.

1. Was die echte Marge ist (und warum der „Gewinn" täuscht)

Wenn du 90 € für den Tausch eines Displays berechnest, das dich 35 € gekostet hat, denkst du leicht, du hättest 55 € verdient. Das stimmt nicht. Diese 55 € sind deine Bruttomarge, aber sie haben noch nicht die Miete, den Strom, deine Zeit oder die des Technikers bezahlt. Die Zahl, die wirklich zählt, ist die Nettomarge: das, was nach Zuordnung aller Kosten zu dieser Reparatur übrig bleibt.

Um sie richtig zu berechnen, musst du drei Kostenblöcke trennen:

Kernidee: Die Bruttomarge sagt dir, ob eine Reparatur Sinn ergibt; die Nettomarge sagt dir, ob deine Werkstatt Geld verdient. Arbeite immer mit der zweiten.

2. So berechnest du die Marge einer Reparatur, Schritt für Schritt

Am nützlichsten ist es, einen echten Werkstatt-Stundensatz aufzubauen und ihn auf jede Arbeit anzuwenden. Schauen wir uns ein realistisches Beispiel einer Ein-Personen-Werkstatt an.

Schritt 1: dein echter Stundensatz

Nimm diese monatlichen Fixkosten an und einen Techniker, der etwa 110 Stunden im Monat fakturiert (von den ~160 gearbeiteten; der Rest geht für Kundenbetreuung, Botengänge, Wartezeiten und Lücken drauf):

PostenBetrag / Monat
Miete des Lokals650 €
Nebenkosten (Strom, Wasser, Internet)180 €
Bruttogehalt + Beiträge (du)2.200 €
Software, Versicherungen und Steuerberater170 €
Gesamte Fixkosten3.200 €
Fakturierbare Stunden / Monat110 h
Echter Stundensatz29,1 €/h

Mit anderen Worten: Jede Werkstattstunde kostet dich etwa 29 € allein an Struktur, bevor du ein einziges Teil anfasst. Wenn du die Arbeit darunter berechnest, verlierst du Geld, selbst wenn das Teil eine gute Marge hat.

Schritt 2: die Marge einer konkreten Reparatur

Nehmen wir einen Displaytausch, der 40 Minuten dauert (0,67 h) und den du mit 90 € berechnest:

PostenBetrag
Dem Kunden berechneter Preis90,00 €
Teilekosten (Display)-35,00 €
Arbeitskosten (0,67 h × 29,1 €)-19,50 €
Nettomarge der Reparatur35,50 €
Nettomarge in %39 %

Diese Reparatur lässt 35,50 € echte, nicht 55 €. Der Unterschied (die 19,50 € Arbeit) ist genau das, was „verdampft", wenn du nur Teil gegen Preis betrachtest. Wiederhole diese Rechnung für deine 5 oder 6 häufigsten Leistungen und du hast eine glasklare Karte, was sich zu pushen lohnt.

3. Welchen Margenprozentsatz du anstreben solltest

Es gibt keine magische Zahl, aber gesunde Richtwerte für eine Reparaturwerkstatt:

Vorsicht bei Rabatten: 10 € bei einer Reparatur nachzulassen, die 35 € Marge lässt, ist kein „11-%-Rabatt": Es ist, fast ein Drittel deines Gewinns zu verschenken. Ein Rabatt wird immer auf die Marge gerechnet, nicht auf den Preis.

4. Dein monatlicher Break-even

Der Break-even ist, wie viel du fakturieren musst (oder wie viele Reparaturen abschließen), um alle Kosten zu decken. Darüber hinaus ist alles andere Gewinn.

Die Formel ist einfach: Fixkosten ÷ durchschnittliche Nettomarge pro Reparatur = nötige Reparaturen pro Monat.

PostenWert
Monatliche Fixkosten3.200 €
Durchschnittliche Nettomarge pro Reparatur35 €
Reparaturen zur Kostendeckung≈ 92 / Monat
Reparaturen pro Arbeitstag (22 Tage)≈ 4,2 / Tag

Übersetzt: Du musst etwas mehr als 4 rentable Reparaturen pro Tag abschließen, nur um die Null zu erreichen. Die 93. des Monats ist die erste, die dir sauberes Geld lässt. Hebst du die Durchschnittsmarge von 35 € auf 45 € (besserer Preis oder rentablere Arbeiten), sinkt dein Break-even auf 71 Reparaturen: 21 weniger im Monat für dasselbe Ergebnis. Deshalb wiegt das Anheben der Marge schwerer als das Anheben des Volumens.

5. Fehler, die die Rentabilität töten

All diese Fehler haben eines gemeinsam: Sie sind unsichtbar, wenn du die Zahlen nicht führst. Und sie von Hand zu führen, mit Heften oder einer losen Tabelle, hält fast niemand Monat für Monat durch.

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Häufige Fragen

Was ist eine gute Marge für eine Reparaturwerkstatt?
Als Richtwert strebe eine Nettomarge von 30–45 % pro abgeschlossener Reparatur an, multipliziere deinen Stundensatz mit 2–2,5 bei der Arbeit und schlage 50–100 % auf die Teilekosten auf. Unter 25 % netto bist du zu knapp, um Überraschungen abzufedern.
Wie berechne ich meinen echten Stundensatz?
Addiere alle deine monatlichen Fixkosten (Miete, Nebenkosten, dein Gehalt, Software, Versicherungen) und teile sie durch die Stunden, die du tatsächlich pro Monat fakturierst, nicht durch die, die du in der Werkstatt verbringst. Bei 3.200 € Kosten und 110 fakturierten Stunden kostet deine Stunde etwa 29 €.
Was ist der Break-even und wie finde ich ihn?
Es ist die Anzahl der Reparaturen (oder der Umsatz), die alle Kosten deckt; darüber verdienst du Geld. Teile deine Fixkosten durch die durchschnittliche Nettomarge pro Reparatur: 3.200 € ÷ 35 € ≈ 92 Reparaturen pro Monat. Das Anheben der Durchschnittsmarge senkt diese Zahl schnell.
Gibt mir TekPair diese Zahlen automatisch?
Ja. TekPair fasst deinen Umsatz, deine Ausgaben und offene Kundenschulden in Berichten pro Zeitraum zusammen, sodass du die echte Marge siehst und ob du über deinem Break-even liegst, ohne Tabellen von Hand zu bauen.
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→ Wie man Handyreparaturen bepreist→ Wie du den durchschnittlichen Bon deiner Werkstatt erhöhst→ Fehler, mit denen eine Werkstatt Geld verliert
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